Die Schweiz liegt inmitten von Ländern, in denen viel Wein angebaut und produziert wird. Frankreich, Italien, Deutschland und Österreich haben über die Jahrhunderte sicher auch den Weinanbau in der Schweiz beeinflusst.


In allen Kantonen der Schweiz geniesst der Gourmet gern ein Glas Wein. Wenn Sie fein Essen in der Schweiz gehen wollen, bekommen Sie in einer einfachen Speisegaststätte oder einem Gourmet Restaurant auf Wunsch auch einen Schweizer Wein serviert.

Die französischsprachige Schweiz

Treffpunkte für Gourmets sind in jedem Fall die Kantone der französischsprachigen Schweiz. Hier wird in dem Weinbaugebiet um Genf seit über 1.000 Jahren Wein angebaut. Bereits die Römer erkannten, dass das Klima und die Böden in der Westschweiz sich vorzüglich für das Wachstum der Weinreben eignen. Auf einer Fläche von 1.500 Hektar werden rund um Genf derzeit etwa 13 Millionen Liter Wein produziert.

Die Winzer in diesem Gebiet sind sehr innovativ. Sie lassen in ihren Kellern Weine von vorzüglicher Qualität reifen. Der Feinschmecker kann in der Westschweiz zu einem exquisiten Essen auch einen noblen Tropfen aus der Region genießen.

Die Kantone Freiburg und Neuenburg gehören ebenfalls zu den traditionellen Schweizer Weinanbaugebieten. Hier reifen unter fast mediterranen klimatischen Bedingungen hochklassige Blauburgunder und spritzige Chasselasweine. Ein Gourmet findet in den zahlreichen Winzerdörfern Gastronomen, die sehr guten Wein servieren, ihn jedoch auch als Bestandteil der ausgezeichneten Menüs verwenden.

Auch in der Region Waadt spielt der Wein eine große Rolle. Im 12. Jahrhundert pflanzten dort Mönche die ersten Weinreben. Die Mönche sind auch verantwortlich für die Terrassierung von den steilen Hängen und die Errichtung von zahlreichen Mauern aus Stein, um die Terrassen zu befestigen. Vor allem im 18. Jahrhundert hatten die Winzer in der Region Einbußen zu verkraften, weil die Reblaus und der Echte Mehltau die Reben vernichteten. Durch umfangreiche Nachpflanzungen und engagierte Pflege der Anbauflächen zählt die Region Waadt heute zu den größten Weinanbaugebieten der Schweiz.

Im Kanton Wallis, der ganz im Südwesten der Schweiz liegt, wird sowohl deutsch als auch französische gesprochen. Das Wallis ist den meisten Menschen vor allem als Ziel für den Wintersport bekannt. Doch am Südhang des Tals der Rhone und im Mittelwallis befinden sich die größten Areale in der Schweiz, die mit Weinreben bepflanzt sind. Hier werden etwa 50 Rebsorten von den Winzern gepflegt, darunter befinden sich auch interessante historische Sorten, die nur hier zu finden sind.

Die Deutschschweiz

Von Basel bis nach Graubünden wird auf 2.300 Hektar eine große Vielfalt an Weinen angebaut. Vor allem Blauburgunder und RieslingxSilvaner sind auf den Rebflächen zu finden. Auch hier hat der Weinbau eine jahrhundertealte Tradition. Doch gegen Ende des 19. Jahrhunderts reduzierten sich die Rebflächen wegen des starken Befalls der Pflanzen mit der Reblaus. Auch die zunehmende Ausdehnung der Städte verkleinerte die Anbauflächen. Die Winzer halten heute die Mengen eher gering und setzen auf Qualität.

Zwei besondere regionale Spezialitäten hat die Deutschschweiz zu bieten: In der Ostschweiz wird der Gewürztraminer angebaut und direkt am Zürichsee wird der Räuschling angepflanzt.

Die italienischsprachige Schweiz

Die Weinregionen des Tessins sind weitere Lieferanten für Schweizer Weine. Die regionalen Weine werden von den Schweizern zum größten Teil selbst genossen. Nur ein sehr geringer Teil wird außerhalb des Landes verkauft. Die Tessiner können in ihrem mediterranen Klima zwischen dem Lago Maggiore und dem Luganer See in der „Sonnenstube der Schweiz“ beste Weine anbauen. Das Tessin verfügt zwar nur über kleine Anbauflächen, dennoch hat es der Tessiner Merlot oder der Chardonnay durch seine Qualität zu einer gewissen Berühmtheit gebracht.

 

Beitragsbild: © Capricorn Studio – Shutterstock.com

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