Wein wird schon lange getrunken. Konnten sich früher nur reichere Menschen das edle Getränk leisten, ist es heute in allen Preisklassen erhältlich. Viele haben einen Lieblingswein. Doch sollte man sich manchmal trauen, auch mal etwas Neues zu probieren!

Überraschungen erleben wir, wenn wir unsere ausgetretenen Weinpfade einmal verlassen. Eine Weinprobe kann ein faszinierendes geschmackliches Erlebnis sein, ausserdem ermöglicht sie einen tieferen Einblick in die Welt des Weines. In einem guten Restaurant erhalten wir oft nicht nur eine exzellent sortierte Weinkarte, sondern auch eine persönliche Beratung durch einen Sommelier, also einen Experten für Weine, Getränke und die Kultur des Trinkens.

Sommelier als traditioneller Beruf

Der Sommelier vertritt einen uralten Berufsstand, den es schon in antiken und mittelalterlichen Königreichen gab. Damals war er als Mundschenk und Weinberater von Königen und anderen hochgestellten Persönlichkeiten dafür verantwortlich, dass nur erlesene Weine auf die Tafel und in den Keller kamen. Heute wird er oft als “Weinkellner” bezeichnet – ein Begriff, der einem ausgebildeten Sommelier und seinen recht komplexen Aufgaben jedoch kaum gerecht wird.


Auch in der heutigen Zeit ist der Beruf des Sommeliers noch sehr beliebt. (© Mintybear - shutterstock.com)
Auch in der heutigen Zeit ist der Beruf des Sommeliers noch sehr beliebt. (© Mintybear – shutterstock.com)

Moderne Sommeliers

Moderne Sommeliers beraten nicht nur die Gäste, sondern auch die Besitzer von Restaurants bei der Auswahl der passenden Weine. Ihr Wissen ist natürlich nicht darauf beschränkt, welcher Wein mit welchen Speisen harmoniert. Die Welt des Weines kennen sie auch in ihren feineren Nuancen, beispielsweise im Hinblick auf die exzellentesten Jahrgänge und ganz besondere Reben. In vielen Restaurants übernimmt der Sommelier nicht nur die Aufgaben eines Wein-, sondern auch die eines Genuss-Experten. In sein Ressort fallen auch andere Getränke – Kaffee, Tee, Bier, Spirituosen – sowie erlesene Zigarren.

Wir wird man ausgebildet?

Zertifizierte Ausbildungen zum Sommelier werden von verschiedenen staatlichen und privaten Schulen angeboten. Viele angehende Sommeliers in der Schweiz entscheiden sich für eine Ausbildung an der “Schweizer Fachschule für Sommeliers und Weinkenner” (SFS) in Zürich, die meisten von ihnen haben vorher eine Berufslehre in Hotellerie oder Gastronomie durchlaufen. Die SFS ist eine der wenigen Ausbildungseinrichtungen für Wein-Experten in der D-A-CH-Region, die ihre Absolventen mit einem staatlich anerkannten Diplom in die gehobene Gastronomie entlassen. Die Ausbildung erfolgt nach den Richtlinien der internationalen Sommeliers-Vereinigung (Associaton de la Sommeliere Internationale/ASI), der derzeit 50 Länder angehören. Zu ihrem Curriculum gehören Wein- und Spirituosen-Wissen ebenso wie Management und Mitarbeiterführung.

Sommeliers, die sich einen Platz in der internationalen Wein-Elite wünschen, können danach am Londoner “Institute of Masters of Wine” eine akademische Fortbildung zum “Master of Wine” absolvieren. Die Prüfungen der künftigen Weinakademiker gelten als die schwierigsten der Branche; von den jährlich etwa 100 Kandidaten bestehen sie im Schnitt nur etwa fünf – in manchen Jahren aber auch kein einziger.

Artikel von: gourmettipp.ch Redaktion
Artikelbild: © Mintybear – shutterstock.com