„Wie bitte? Unkraut ist das! Dem kommt man nur schwer bei“, denkst du, liebe(r) LeserIn, jetzt bestimmt.

Aber mal ehrlich! Wenn auf einer Wildwiese kein Löwenzahn steht, den man leicht an seiner wunderschönen gelben Farbe ausmachen kann, fehlt doch auch was, oder?

Und wer findet es nicht toll – auch als Erwachsener – die Samen des Löwenzahns mittels pusten auf die Reise zu schicken, wenn die Blüte zur Pusteblume gereift ist? Ich jedenfalls liebe es noch immer!

Wirkung

Die meisten Gartenbesitzer betrachten den Löwenzahn als lästiges Unkraut. Aber immer mehr Menschen erkennen, was für ein Wunderkraut er in Wirklichkeit ist. Er heilt nicht nur, sondern trägt, regelmäßig verzehrt, maßgeblich zur Bewahrung unserer Gesundheit bei.

Jeder weiß, dass Löwenzahn eine unverwüstliche Pflanze ist, die in kleinsten Asphaltritzen vortrefflich gedeit und selbst sommerlicher Mittagshitze trotzt. Damit erzähle ich bestimmt den Wenigsten eine Neuigkeit. Aber gerade dieser ungewöhnliche Überlebenswille ist es, die den Löwenzahn so wertvoll macht für all jene, die wissen, wie man die guten Eigenschaften aus der Pflanze nutzt. Man sagt, dass sich die Eigenschaften, wie Lebenskraft, Zähigkeit oder Unempfindlichkeit, auf den Anwender überträgt.

Löwenzahn kann in Form von Salat, Tee, Pflanzenpresssaft, Kaltwasserauszug, Kaffee, Wein oder Löwenzahnwurzelextrakt genutzt werden. Um bemerkenswerte Ergebnisse für die Gesundheit zu erzielen, sollte man das Präparat kurweise über mehrere Wochen regelmäßig einsetzen.


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Als Tee, Salat Presssaft sowie Wurzelextrakt hat der Löwenzahn großen positiven Einfluss auf sämtliche Organe, die an der Verdauung beteiligt sind, weil er Magensaftsekretion anregt, appetitanregend und außerdem krampflösend wirkt. Man setzt ihn deswegen gerne bei Verdauungsbeschwerden und Völlegefühl ein.

Löwenzahn wirkt anregend auf die Galleproduktion und verbessert den Fettstoffwechsel der Leber. Sie wird traditionell als Heilpflanze bei Problemen mit der Leber oder der Galle, wie Hepatitis, Gallensteinen oder Leberzirrhose eingesetzt.

Bei Problemen mit dem Blutzuckerspiegel oder Diabetes soll eine tägliche Tasse Löwenzahntee oder etwas Löwenzahnextrakt harmonisierend auf ein bestehendes Ungleichgewicht wirken.

Ähnlich wie Ginseng wird die Wurzel des Löwenzahn als stärkendes Tonikum bei allgemeinen Schwächezuständen eingesetzt, um die Körper wieder auf Touren zu bringen. Die Löwenzahnwurzel stärkt Nieren, Leber, Bauchspeicheldrüse, Milz, den Darm und Magen. Zudem hat sie die Eigenschaft, Giftstoffe aus dem Körper zu ziehen.

Löwenzahn wirkt harntreibend, versorgt außerdem den Körper mit wichtigen Mineralstoffen, wie Kalium. Während die synthetischen umgangssprachlich bekannten „Wassertabletten“ (Diurtika) zwar auch harntreibend sind, schwemmen diese aber auch gleichzeitig die Mineralstoffe aus, so dass es bei unsachgemäßer Einnahme zu Mangelerscheinungen kommen kann. Der Löwenzahn wird also gerne bei Harnwegsinfekten, Reizblase und anderen Erkrankungen des Urogenitaltraktes eingesetzt.

Verwendungsformen

Löwenzahntee könnte man natürlich auch einfach aus den getrockneten Blättern kochen, die Wurzel ist aber wesentlich gehaltvoller. Im Frühjahr werden vor der Blüte Löwenzahnwurzeln gesammelt, trocken gesäubert (nicht waschen, sondern abbürsten), längs in Streifen geschnitten und an einem luftig-warmen Ort getrocknet. Von diesen trockenen Wurzeln werden über Nacht ca. 2 TL pro Tasse über Nacht in kaltem Wasser angesetzt. Am nächsten Tag wird der Tee kurz aufgekocht. Man trinkt davon täglich 3 Tassen.

Frischen Pflanzenpresssaft kann man leicht selbst herstellen. Am Besten geht das mit einer guten Saftpresse oder einem leistungsfähigen Entsafter. 3x täglich wird für jeweils 50 Milliliter Saft die entsprechende Menge Löwenzahnblätter entsaftet. Diesen Saft trinkt man ganz langsam auf leeren Magen, mindestens 30 Minuten vor den Mahlzeiten. Löwenzahnsaft gibt es auch als hochwertiges Bio-Produkt auch in Form eines Presssaftes im Handel.

Die Anwendung von Löwenzahnwurzelextrakt ist ebenfalls denkbar einfach, wenn auch eine Eigenherstellung kaum möglich ist. Die Wurzeln für einen hochwertigen Löwenzahnextrakt werden zu einem Zeitpunkt geerntet, wenn der Gehalt an Vitalstoffen in den Wurzeln am höchsten ist. Der dickflüssige Saft wird so schonend aus den Wurzeln gewonnen, dass die wertvollen Inhaltsstoffe größtenteils erhalten bleiben. Von diesem Extrakt nimmt man mehrmals täglich einen Viertel Teelöffel oder eine Messerspitze, speichelt es gut ein und lässt es im Mund einen Moment wirken, bevor man es runterschluckt. Man kann den Löwenzahnwurzelextrakt auch in Kräutertee oder erhitzten Wasser rühren und langsam trinken.

Äußerlich angewendet kann der Löwenzahn bei Hühneraugen, Hornhaut und Warzen helfen, indem man über mehrere Wochen mindestens 2x täglich die betroffenen Stellen mit dem milchigen Pflanzensaft aus den Löwenzahnstängeln betupft.

Dieser Saft kann auch zur schonenden Behandlung, bzw. Heilung von Wunden oder Insektenstichen eingesetzt werden, weil es antibakterielle bzw. entzündungshemmende Eigenschaften besitzt.


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Superfood Löwenzahn

Löwenzahn nicht nur ein tolles Heilkraut, sondern auch ein nahrhaftes Lebensmittel. Und immer mehr Hobbyköche entdecken ihn als kulinarische Delikatesse. Wenn der Löwenzahn mit einer langen Liste von guten Eigenschaften für die Gesundheit beeindruckt, so muss man auch an dieser Stelle einfach nochmal erwähnen, dass er ein Vielfaches an Vital- und Mineralstoffen enthält, als so manch anderer Salat, z.B. Kopfsalat:

  • 40x soviel Vitamin A
  • 9x soviel Vitamin C
  • 4x soviel Vitamin E
  • 8x soviel Calcium
  • 4x soviel Magnesium
  • 3x soviel Eisen
  • 2x soviel Proteine

Aber das ist noch nicht alles. Auch mit Kalium und vielen anderen Mineralstoffen, Spurenelementen und bioaktiven Pflanzenstoffen wie z. B. Bitterstoffen und Flavoniden geizt der Löwenzahn nicht.

Und für die Leute, die nicht ländlich wohnen oder einfach keine Lust haben, Löwenzahn frisch zu pflücken, gibt es mittlerweile Pulver aus den schonend getrockneten und pulverisierten Löwenzahnblättern, z.B. für Smoothies, welches zudem überraschend günstig ist.

Nicht zuletzt wegen seiner zahlreichen guten Eigenschaften hat Löwenzahn mittlerweile seinen Platz in der Küche gefunden, wenn auch erst einen kleinen. Seine Einsatzmöglichkeiten sind aber beeindruckend vielfältig, was natürlich auch daran liegt, dass man praktisch die gesamte Pflanze verarbeiten kann.

Die Blätter können als Salat, Gemüse, Suppe, Saft, Smoothies oder Tee zubereitet werden.

Die Blüten lassen sich zu Wein, Bier, Gelee, Sirup oder Kapern verwandeln oder als essbare Dekoration in Gerichten aller Art.

Aus den Wurzeln kann man sich gesunden Kaffee herstellen.

Und zwar so:
Rösten Sie unter stetigen Wenden getrocknete Wurzelstücke in einer fettfreien Pfanne (Vorsicht: die Wurzelstücke dürfen nicht schwarz werden). Anschließend können die gerösteten Stückchen zu feinem Pulver gemahlen werden. Pro Tasse gibt man ca. 1 TL von dem Löwenzahnwurzelpulver in kochendes Wasser, lässt es eine halbe Minute lang ziehen (wer es mag – auch länger). Fertig!

Autor: UPaetow
Bild: shutterstock.com

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