Nach Wasser ist Kaffee eines der am häufigsten konsumierten Getränke in der Schweiz. Ein lohnendes Geschäft, denn schliesslich steigt der Kaffeekonsum ungebremst. Jeder weiss, dass Kaffee uns hilft, aufmerksam zu bleiben, und Schläfrigkeit zu überwinden, aber Kaffee ist mehr, als Ihnen nur Auftrieb und Schwung zu geben. Er hat eine noch viel komplexere und gesundheitsförderndere Wirkung, und das ist es worum es auf dieser Seite geht.

Wissenschaftliche Studien belegen, dass Kaffee zahlreiche Wirkungen auf den menschlichen Organismus ausübt. Gleichzeitig kursieren in der Öffentlichkeit, aber auch in medizinischen Fachkreisen, immer noch zahlreiche Gerüchte und Irrtümer über irrelevante oder negative Auswirkungen des Kaffee-Konsums auf die Gesundheit.

Die Wissenschaftler haben mehr als 45.000 Männer jenseits der 40 über mehrere Jahre hinweg beobachtet. Für Männer, die vier bis fünf Tassen täglich tranken, war das Risiko, an Gicht zu erkranken, 40 Prozent geringer. Bei mehr als sechs Tassen am Tag sank es sogar um knapp 60 Prozent. Dabei war allerdings das Koffein im Kaffee nicht für den Gesund-Effekt verantwortlich: Das Trinken von Tee, in dem unter dem Namen Tein ebenfalls Koffein enthalten ist, hatte keinen Einfluss auf das Erkrankungsrisiko. Vielmehr, so vermuten die Mediziner, könnten im Kaffee enthaltene Antioxidantien für die positive Wirkung verantwortlich sein. Fünf Prozent des Rohkaffees bestehen aus Mineralstoffen. Der grösste Teil davon geht auch ins Getränk über. Allen voran Kalium, gefolgt von Kalzium, Magnesium und Phosphor. Schliesslich enthält Kaffee auch noch stickstoffhaltige Stoffe – die sogenannten Alkaloide. Zu diesen gehört auch das Koffein, das im Wesentlichen für die anregende Wirkung von Kaffee verantwortlich ist. Je nach Sorte beträgt der Koffeingehalt bis zu zwei Prozent des Kaffees – eine Tasse enthält bis zu 80 Milligramm.

Bild: © Marcos Mesa Sam Wordley - shutterstock.com
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Kaffee gegen Migräne

Eine Tasse Kaffee ist das günstigste Medikament gegen Migräne, und die Chancen, dass es hilft, stehen gut. Zum einen zieht es die Blutgefässe im Hirn zusammen, die sich zu stark ausgedehnt haben und durch zu hohen Druck Schmerzen verursachen. Zum anderen hilft Koffein dem Körper, andere Medikamente gegen Migräne besser aufzunehmen. Viele Migränemittel enthalten deshalb auch Koffein. Dieses regt zudem das Hirn an und hebt die Stimmung, was die Schmerzen besser erträglich macht.

Kaffee gut für den Herzrhythmus

Täglich vier oder mehr Tassen Kaffee fördern, entgegen weit verbreiteter Meinung, einen regelmässigen Herzrhythmus: Das Risiko für Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien) ist dann um 18 Prozent geringer als bei Kaffee-Abstinenten. Bei täglich einer bis drei Tassen sinkt das Risiko um 7 Prozent. Zu diesem Schluss kommt eine Langzeitstudie an über hunderttausend Menschen in den USA. Die günstige Wirkung des Kaffees beruht wahrscheinlich auf dem Koffein. Sie ist allerdings nicht so stark, dass man es als Mittel gegen Herzstolpern empfehlen dürfte. Doch der falsche Verdacht, Kaffee sei schädlich für den Herzrhythmus, ist damit wohl endgültig vom Tisch. (8. März 2010 – Ärztezeitung)

Kaffee gegen Alzheimer

Kaffee senkt das Risiko für Alzheimer, weil er die Zellen anregt, einen Wachstumsfaktor namens GCSF zu bilden. Dieser sorgt im Gehirn für die Bildung neuer Zellen und für die Entsorgung schädlicher Proteine. Koffein spielt bei diesem Schutz eine wichtige Rolle, wirkt aber nur zusammen mit anderen, noch unbekannten Substanzen im Kaffee. (21. September 2011 – Ärztezeitung)

Bild: © Kynamuia - shutterstock.com
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Tee und Kaffee gut für das Herz

Mit sechs und mehr Tassen Tee pro Tag ist das Risiko für Herzkrankheiten um mehr als ein Drittel geringer als beim Konsum von nur einer Tasse oder weniger. Beim Kaffee sind zwei bis vier Tassen täglich am besten für das Herz. Zu diesen Schlüssen kommt eine Langzeitstudie an über dreissigtausend Personen in den Niederlanden. Tee schneidet in dieser Studie zwar besser ab als Kaffee. Doch dies liegt nicht nur am Getränk, denn Teetrinker rauchen statistisch gesehen weniger als Kaffeetrinker und leben auch sonst gesünder. Auch Asthmatiker können aus dem Kaffeegenuss einen Nutzen ziehen: Koffein ist in der Lage, die feinen Bronchialäste in den Lungen zu erweitern und erleichtert damit das Atmen. Der tägliche Genuss von mehr als drei Tassen Kaffee senkt nachweislich das Risiko von Asthma-Anfällen um bis zu 28 Prozent.

Kaffee das Diabetes-Risiko

Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen weisen darauf hin, dass der regelmässige Genuss von Kaffee das Risiko für Typ-2-Diabetes deutlich senken kann. Niederländische Forscher fanden heraus, dass der tägliche Genuss von mindestens sieben Tassen Kaffee das Diabetes-Risiko um die Hälfte reduziert. In einer anderen Untersuchung prüften Wissenschaftler, welchen Einfluss verschiedene Lebensstil-Faktoren auf eine Diabetes-Vorbeugung haben.

Interessant dass Besonders viele antioxidative Substanzen enthält grüner Kaffee. Dass diese Antioxidantien nicht nur das Diabetes-Risiko reduzieren, sondern offenbar auch weitere Schutzfunktionen haben, zeigt eine aktuelle Studie deutscher Wissenschaftler: Die Forscher fanden heraus, dass der tägliche Genuss von drei bis vier Tassen einer Mischung von grünem und geröstetem Kaffee oxidative DNA-Schäden um 40 Prozent senkt und damit den Zellschutz erhöht. Die Wissenschaftler vermuten, dass dieser Effekt die zahlreichen positiven Wirkungen des Kaffees auf die Gesundheit erklärt.

Zum beispiel rohkaffee besteht zu 40 Prozent aus Kohlenhydraten: hauptsächlich Vielfachzucker (Polysaccharide) und Einfachzucker. Beim Kaffeerösten werden die Kohlenhydrate stark verändert und abgebaut. Die wasserunlöslichen Polysaccharide, die die Zellwand der Kaffeebohne bilden, bleiben beim Aufguss als Kaffeesatz zurück. Auch viele Fettstoffe stecken im Kaffee. Der Gesamtgehalt liegt bei über zehn Prozent. Allerdings sind die Substanzen schwer wasserlöslich und gelangen kaum in den zubereiteten Kaffee. Für Kaffee typisch sind die Chlorogensäuren. Diese sind für Ernährungswissenschaftler besonders interessant, weil ihnen ein Schutzeffekt gegen Diabetes mellitus zugeschrieben wird. Nach Mate-Tee enthält Kaffee von allen Lebensmitteln davon die höchste Konzentration.

Kaffee macht die Leber fit

Zwei bis drei Tassen Kaffee pro Tag reichen aus, um bei Patienten mit chronischer Leberentzündung, Hepatitis C, die Zerstörung der Leber deutlich zu bremsen. Den Patienten, ebenso wie Alkoholikern, droht Fibrose, ein krankhafter Umbau von Lebergewebe, und schliesslich Leberzirrhose. Eine Heilung gibt es nicht. Umso wichtiger ist die Vorbeugung. Pro halbe Tasse Kaffee täglich sinkt das Risiko einer zerstörten Leber um 14 Prozent. Die Wirkung beruht offenbar nicht auf Koffein, sondern auf anderen Substanzen im Kaffee. Zu diesem Schluss kommt eine Studie an über 170 Patienten in den USA.

Zubereitung von Kaffee

Verschiedene Faktoren beeinflussen den Geschmack und die Inhaltsstoffe des Kaffees. So führen beispielsweise verkalkte Kaffeemaschinen zu bitteren Aromen und die Zugabe von Milch zu einer Minderung des Koffeingehaltes. Hier erfahren Sie, wie Ihr Kaffee zu einer Spezialität wird. Kaffee gesunder MuntermacherWeder zu heiss, noch zu kalt darf die Brühtemperatur bei Kaffee sein. Das optimale Mittelmass liegt zwischen 80°C und 90°C, nur dann kann der Kaffee seinen vollen Geschmack entfalten und geeignete Bedingungen für die Entfaltung der wertvollen Wirkstoffe gewährleistet sein.

Wichtig für die Erzielung nahezu perfekter Ergebnisse, ist der Mahlgrad. Grundsätzlich gilt: Je feiner der Mahlgrad, desto bitterer wird der Kaffee. Dieser Grad empfielt sich für Espressos. Beim direkten Aufbrühen darf ruhig grober Kaffee verwendet werden. Allerdings sollte hierbei die Brühzeit verlängert werden, um die wertvollen Substanzen lösen zu können. Durch viele Wasserhähne fliesst so genanntes „hartes Wasser“. Ein hoher Härtegrad führt nicht nur zu einer schnellen Verkalkung von Kaffeemaschinen, sondern verschlechtert auch die Qualität des Kaffees. Mit ausgewählten Filtern kann Abhilfe geschaffen werden. Zu „weiches Wasser“ beeinflusst natürlich auch den Geschmack des schwarzen Tranks, aber mit ein wenig Salz schwindet auch dieses Problem. Ungemahlener Kaffee fühlt sich bei Kühlschranktemperaturem am wohlsten. Achten Sie vor allem darauf, dass keine Luft und Feuchtigkeit Zugang zu den Kaffeebohnen hat. Frischer gebrühter Kaffee sollte in Porzellan- oder Glasbehältern aufbewahrt werden, um keinen Qualitätsverlust zu erleiden.

Bild: © NataliTerr - shutterstock.com
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Wie gesund ist Kaffee wirklich?

Bei allen positiven Effekten hat der Kaffeekonsum auch negative Folgen. Sobald es um das Hinterfragen vom Kaffeetrinken geht, gibt es zwei generelle Aussagen, die man immer wieder zu hören bekommt: Kaffee ist ungesund und Kaffee verträgt sich nicht mit Sport. Beides ist so absolut falsch, hat aber auch einen wahren Kern. Wie bei allen Dingen kommt es auf die Dosierung an. Kaffee als solches ist kein negatives Getränk. Im Gegenteil: richtig eingesetzt, kann der Kaffee der Gesundheit sogar auf die Sprünge helfen und beispielsweise beim Abnehmen sehr hilfreich sein. Kaffee wird dann zum Problem, wenn man zuviel davon konsumiert und nicht auf die Gefahr achtet, die der Kaffee mit sich bringt: er entzieht dem Körper Flüssigkeit, genau genommen Wasser.
Zum beispiel der Kaffee entzieht dem Körper Wasser. Das ist besonders bei Menschen ein riesiges Problem, die gerne und viel Kaffee trinken und schon so zuwenig trinken. Der erwachsene Mensch sollte täglich zwischen 2 – 2,5 Liter Flüssigkeit zu sich nehmen. Kommt er auf diese Menge nicht und trinkt dann noch viel Kaffee, kann das sehr schädlich werden. Von Wiener Kaffeehäusern weiss man, dass dort ein Kaffee mit einem Glas Wasser serviert wird. Damit kann man seiner Kaffeebegeisterung weiterhin Ausdruck verleihen, kompensiert aber mit dem Glas Wasser den Flüssigkeitsverlust und riskiert keine gesundheitlichen Folgen. Mit dieser Methode – daheim oder im Büro angewendet – steht einem Kaffeekonsum nichts mehr im Wege.

Nach Auffassung einiger Mediziner kann der übermässige Kaffeegenuss gesundheitsschädlich sein: er soll den Insulinspiegel, den Blutdruck und den Blutzucker erhöhen, entwässere den Körper und schädige so insgesamt das Herz-Kreislauf-System. Neben zumeist älteren Untersuchungen, die diesen Standpunkt stützen, zeigen in letzter Zeit jedoch immer mehr Studien, dass Kaffee möglicherweise gar nicht so ungesund ist wie bislang vermutet, sondern im Gegenteil sogar gesundheitsfördernde Eigenschaften aufweist. Thomas Hofmann, Direktor des Instituts für Lebensmittelchemie an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster sagte: „Die Aussage, dass Kaffee generell schädlich sei, ist heute nicht mehr haltbar, früher hat man zum Teil negative Wirkungen einzelner Kaffeeinhaltsstoffe auf den Gesamtkomplex Kaffee übertragen“. Auch zeigen aktuelle Studien, dass die angenommene entwässernde Wirkung des Kaffees wissenschaftlich unhaltbar ist.

Das Nationale Herz-, Lungen- und Blutinstitut der USA hatte 2003 eine Empfehlung zurückgenommen, nach der Patienten mit hohem Blutdruck höchstens moderate Mengen Kaffee trinken sollten. Die Harvard School of Public Health in Boston stützte diese Einschätzung: Im Journal of the American Medical Association präsentierte Wolfgang Winkelmayer eine Studie mit Daten von 150.000 Frauen. Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und hohem Blutdruck habe man dabei nicht gefunden. In einer anderen Studie von Trine Ranheim und Bente Halvorsen wurden in einzelnen Fällen jedoch eine Erhöhung der Cholesterinspiegel nach dem Genuss von ungefilterten Kaffee nachgewiesen. Die filterbaren Diterpene Cafestol und Kahweol bewirken diesen Effekt.

Auswirkungen von Kaffee: An Bluthochdruck leidende oder ältere Menschen sind möglicherweise stärker von den negativen Wirkungen von Kaffee betroffen. Aufgrund dieser zwiespältigen Ergebnisse müssen wohl noch viele Studien gemacht werden, bis der Kaffee und seine Wirkung wissenschaftlich verstanden werden. Bis dahin bleibt nur der alte Apothekerrat: In Massen genossen ist Kaffee erlaubt. Auch im Hinblick auf Diabetes und Glukosetoleranzstörungen ist aus gesundheitlicher Sicht eine Reduzierung der täglichen Kaffeemenge weder bei Diabetikern noch bei Gesunden grundsätzlich notwendig. Vor allem die aktuelleren Untersuchungen weisen daraufhin, dass der regelmässige Kaffeekonsum das Risiko für einen Typ-2-Diabetes sogar reduzieren kann.

Interessant dass als weiterer positiver Effekt wird die Parkinson hemmende Wirkung des Koffeins diskutiert, da die Produktion des Nervenbotenstoffs Dopamin angeregt wird. Auch der Ausbruch der Alzheimer-Krankheit könne durch regelmässigen Genuss evtl. verzögert werden. Die Auswirkungen des Kaffeekonsums auf die Potenz sind umstritten. Abwechselnd wurde Kaffee als Droge, die impotent mache oder als Aphrodisiakum bezeichnet. Der Forscher Amantea fand allerdings 1923 in einem Humanexperiment heraus, dass Koffein nicht nur die Lust am Geschlechtsverkehr steigerte, sondern auch den Orgasmus verstärkte und die Menge des Ejakulats erhöhte. Eine aktuelle Studie (2005/2006) zeigte, dass Koffein bei weiblichen Ratten tatsächlich eine Steigerung des Geschlechtstriebs bewirkt. Ob dieser Effekt auch beim Menschen zu beobachten ist, bleibt zweifelhaft. Nach Ansicht der an der Studie beteiligten Wissenschaftler, würde eine die sexuelle Lust steigernde Wirkung des Koffeins – falls überhaupt vorhanden – allenfalls bei Frauen eintreten, die nicht an Koffein gewöhnt sind.

Kaffee und Diabetes

Sobald es um das Hinterfragen vom Kaffeetrinken geht, gibt es zwei generelle Aussagen, die man immer wieder zu hören bekommt: Kaffee ist ungesund und Kaffee verträgt sich nicht mit Sport. Beides ist so absolut falsch, hat aber auch einen wahren Kern. Wie bei allen Dingen kommt es auf die Dosierung an. Kaffee als solches ist kein negatives Getränk. Im Gegenteil: richtig eingesetzt, kann der Kaffee der Gesundheit sogar auf die Sprünge helfen und beispielsweise beim Abnehmen sehr hilfreich sein. Kaffee wird dann zum Problem, wenn man zuviel davon konsumiert und nicht auf die Gefahr achtet, die der Kaffee mit sich bringt: er entzieht dem Körper Flüssigkeit, genau genommen Wasser.

Der Kaffee entzieht dem Körper Wasser. Das ist besonders bei Menschen ein riesiges Problem, die gerne und viel Kaffee trinken und schon so zuwenig trinken. Der erwachsene Mensch sollte täglich zwischen 2 – 2,5 Liter Flüssigkeit zu sich nehmen. Kommt er auf diese Menge nicht und trinkt dann noch viel Kaffee, kann das sehr schädlich werden. Von Wiener Kaffeehäusern weiss man, dass dort ein Kaffee mit einem Glas Wasser serviert wird. Damit kann man seiner Kaffeebegeisterung weiterhin Ausdruck verleihen, kompensiert aber mit dem Glas Wasser den Flüssigkeitsverlust und riskiert keine gesundheitlichen Folgen. Mit dieser Methode – daheim oder im Büro angewendet – steht einem Kaffeekonsum nichts mehr im Wege.

Weniger Hautkrebs dank Kaffee

Bestimmte Arten von Hautkrebs, etwa Basaliome oder Spinaliome, entwickeln sich seltener bei Frauen, die täglich sechs oder mehr Tassen Kaffee trinken. Nur koffeinhaltiger Kaffee zeigt diese Wirkung. Es greift offenbar Enzyme an, die Krebszellen vor einem Angriff des Immunsystems schützen.

Bild: © Juice Team - shutterstock.com
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Kaffeekonsum in der Schwangerschaft das Risiko

Schwangere sollten während der Schwangerschaft nicht nur ihren Nikotingenuss überdenken – auch zu viel Kaffee birgt ernste Gefahren. Über Kaffeekonsum während der Schwangerschaft gibt es gegensätzliche Ergebnisse. Manche Studien zeigen, dass sich das Risiko von Totgeburten durch Kaffeegenuss erhöht. Ein starker Kaffeekonsum in der Schwangerschaft scheint das Risiko für Totgeburten zu erhöhen. Das ist das Ergebnis einer dänischen Studie mit über 18.000 schwangeren Frauen. Bereits seit längerer Zeit wird die Koffein-Aufnahme während der Schwangerschaft mit einer erhöhten Rate an Spontanfehlgeburten und einem niedrigen Geburtsgewicht in Verbindung gebracht. Vermutlich kommt es – indirekt vermittelt durch den Kaffeekonsum – zu einer erhöhten Freisetzung von Stresshormonen (Katecholaminen) aus dem Nebennierenmark. Diese führen zu einer Verengung von Gefässen in der Gebärmutter. Daneben kann Koffein auch direkt Herzrasen und Arrhythmien beim Fetus bewirken. Schwangeren und stillenden Müttern wird empfohlen, maximal ein bis zwei Tassen Kaffee pro Tag zu sich zu nehmen.

In der dänischen Untersuchung beantworteten über 18.000 schwangere Frauen die Fragen der Ärzte. Neben dem Kaffeekonsum interessierten sich die Ärzte auch für die Rauchgewohnheiten, den Alkoholgenuss, die Krankenvorgeschichte, den Bildungsstand und die Arbeitssituation der Schwangeren. Totgeburten und Todesfälle im ersten Lebensjahr wurden registriert und mit den erhobenen Daten verglichen. Unter den über 18.000 Geburten kam es insgesamt zu 82 Totgeburten, dies entspricht einer Quote von 4,4 Promille. Im ersten Lebensjahr verstarben 72 Kinder (4,0 Promille). Fünf Prozent der Frauen tranken mehr als acht Tassen Kaffee pro Tag. In dieser Gruppe war das Risiko für eine Totgeburt um 300 Prozent erhöht. In der Gruppe der Schwangeren, die vier bis sieben Tassen Kaffee am Tag konsumierten war das Risiko immer noch um 80 Prozent erhöht. Auch haben Mediziner in verschiedenen Untersuchungen festgestellt, dass sich Kaffee ungünstig bei Osteoporose auswirkt.

Kaffee senkt Risiko von Prostatakrebs

Wer täglich Kaffee trinkt, läuft weniger Gefahr, an Krebs der Prostata zu erkranken. Wenn er doch erkrankt, hat er deutlich bessere Chancen zu überleben. Zu diesem Ergebnis kommt eine amerikanische Studie an über vierzigtausend Männern. Koffeinfreier Kaffee wirkt ebenso gut wie gewöhnlicher. Noch weiss man nicht, welche der vielen anderen Substanzen im Kaffee für die günstige Wirkung verantwortlich sind.

Auch Koffein steigert die Muskeltätigkeit des Magens und regt somit die Produktion von Magensäure und den Gallenfluss an. Die verdauungsfördernde Wirkung von Kaffee ist Säuren, Gerb- und Bitterstoffen zuzuschreiben. Bei Personen mit empfindlichem Magen kann der Konsum von Kaffee bei nüchternem Magen zu Magenschmerzen führen. Koffein regt den Stoffwechsel an und vermag bei mässigem Genuss die Leistungsfähigkeit zu steigern. Zu den möglichen negativen Nebenwirkungen einer zu hohen Koffein-Aufnahme zählen vorübergehende Ruhelosigkeit und eine temporäre Beeinträchtigung der Feinmotorik. Koffein wird in verschiedenen Arzneimitteln eingesetzt, da es schmerzlindernd wirkt und die Aufnahme von verschiedenen Wirkstoffen verbessert.

Bild: © Ajwer - shutterstock.com
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Koffein und seine Nebeneffekte

Koffein wird schnell vom Körper aufgenommen und – je nach Organismus – langsam wieder abgebaut. Bis zu fünf Stunden kann Kaffee auf diese Weise einen Aufputscheffekt bewirken. Neben besser Durchblutung wird auch die Gefässerweiterung gewährleistet, was in geringen Ausmassen Kopfschmerzen lindern kann. Alles in Allem hat Kaffee einen weiteren, positiven Nebeneffekt: Er kurbelt die Kalorienverbrennung an und besitzt selbst keine Kalorien. Natürlich wird die Kalorienzahl durch Zugabe von Milch und Zucker erhöht.

In sehr hohen Dosen ist Koffein ein Körpergift. Der Konsum von 3 bis 4 Tassen Kaffee pro Tag (entspricht ca. 300 bis 400 Milligramm Koffein pro Tag) ist nach heutigem Erkenntnisstand für die Gesundheit erwachsener Personen absolut unproblematisch. Für Personen, die Kaffee vertragen, gibt es keinen medizinischen Grund, auf dessen Konsum zu verzichten. Die Wirkung des Koffeins ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Eine Kaffeebohne enthält zwischen 0,8% und 2,5% Koffein. Koffein wirkt anregend und erhöht kurzfristig den Blutdruck. Deshalb wurde auch jahrelang gewarnt, Kaffee steigere das Infarktrisiko. Doch auch das ist inzwischen widerlegt. „Nur bei sehr hohen Dosen von sieben bis zehn Tassen ist überhaupt ein Effekt auf das Herz-Kreislaufsystem denkbar“, erklärt Faustmann. Ausserdem tritt bei ständigem Konsum von Koffein eine Gewöhnung ein, der Körper reagiert nicht mehr so stark darauf. Auch das Koffein im Kaffee hat sehr positive Wirkungen. Untersuchungen haben ergeben, dass regelmässiges Kaffeetrinken die Gefahr von Diabetes II um bis zu 50 Prozent reduzieren kann! Ausserdem bindet der Kaffee die freien Fettsäuren, weshalb, wie oben beschrieben, der Kaffee beim Abnehmen helfen kann.

Was hat es mit der weitverbreiteten Meinung auf sich, dass Koffein im Kaffee dem Körper Flüssigkeit entzieht? Es gilt als unbestritten, dass einmaliger Kaffeekonsum harntreibend wirkt. Regelmässige Kaffeetrinker gewöhnen sich jedoch an die Koffeinwirkung und der entwässernde Effekt nimmt bei ihnen ab. Kaffeekonsum trägt in jedem Fall zur täglichen Flüssigkeitszufuhr bei, da man mit jedem Kaffee proportional auch viel Wasser zu sich nimmt.

Die jahrzehntelange Annahme, dass Koffeinkonsum zu einem Anstieg des Blutdrucks führen kann, wurde in jüngsten klinischen Studien nicht bestätigt. Koffein wird zudem seit langem auf seine Auswirkungen auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen untersucht. Nach aktuellem Wissensstand führt gemässigter Kaffee-Konsum nicht zu einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. In massvoller Dosierung regt Koffein das Nervensystem an und vermag die Wirksamkeit und die Aufmerksamkeit zu steigern.

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Artikel von: gourmettipp.ch-Redaktion
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