Die Erdoberfläche besteht zu drei Vierteln aus Wasser, die Erde wird nicht umsonst auch „Der blaue Planet“ genannt. Und für die Entstehung und das fortgesetzte Bestehen von Leben auf unserer Welt ist Wasser ebenfalls eine unabdingbare Voraussetzung. So bestehen wir zu rund 80 Prozent aus Wasser.

Nur mit Tag für Tag ausreichender Flüssigkeitszufuhr können wir Menschen überleben. Doch es geht nicht nur ums Überleben – auch um anständig arbeiten zu können, um unsere Konzentrationsfähigkeit zu erhalten, benötigen wir permanent genügend Flüssigkeit. Auch unser Gehirn besteht nämlich zu 80 Prozent aus Wasser, sobald es dehydriert, lässt seine Leistungsfähigkeit nach. Nicht umsonst propagieren Ärzte die obligatorischen zwei Liter pro Tag. Mindestens.

Die globale Mineralwasserindustrie

In der Schweiz geniessen wir einen Luxus, den die Mehrheit der Menschen nicht hat und den die meisten von uns gar nicht zu schätzen wissen: Unser Trinkwasser aus der Leitung. Wir haben in Form unseres hervorragenden Leitungswassers jederzeit unbegrenzt Zugriff auf Trinkwasser der besten Qualität. Und das zu äusserst günstigen Preisen. Dennoch zahlen die meisten Menschen freiwillig sehr viel mehr Geld für ihr Wasser, in Form von Mineralwasser. So wird einfaches Quellwasser aus französischen oder italienischen Quellen in Flaschen rund um die Welt geschippert – für die Ökobilanz äusserst fragwürdig. Die Leute tragen allwöchentlich kästenweise Wasser in ihr Wohnungen und Häuser und fahren Flaschen und Kästen in ihren Autos spazieren. Das ist anstrengend, unproduktiv und schlecht für die Umwelt.


Bild: © SedovaY - shutterstock.com
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Es geht auch einfacher – mit Leitungswasser

Es geht sehr viel einfacher – nehmen Sie Ihr Trinkwasser für den Alltag einfach aus der Leitung. Das Schweizer Wasser stammt aus der unberührten Bergwelt der Alpen, aus den sauberen Flüssen und Bächen der Schweiz oder aus dem reinen Grundwasser. Zumeist muss nicht einmal gechlort werden, das Wasser ist so wie es aus der Quelle oder dem Grundwasser kommt, trinkfertig. Und: Schweizer Leitungswasser gehört zu den am strengsten überprüften Lebensmitteln überhaupt. Dazu kommt, dass das Wasser in vielen Städten der Schweiz aus Mineralquellen kommt, de facto also auch gleich als Mineralwasser in Flaschen abgefüllt werden könnte. Der einzige Unterschied: Sie zahlen für einen Kubikmeter davon genaus so viel wie für wenige Kästen Mineralwasser. Also für einen ganzen Jahresverbrauch!

Noch eines: Immer wieder werden Mineralwässer überprüft und rund ein Drittel der Proben übersteigt die Grenzwerte für Mikroorganismen. Es ist also geradezu paradox: Das in Flaschen abgefüllte Wasser, das die meisten Menschen für sauberer und hygienischer halten als „ordinäres Leitungswasser“ ist also in Wirklichkeit stärker belastet als das hervorragende Schweizer Leitungswasser.

Leitungswasser kostet in der Schweiz im Durchschnitt 0.18 Rappen pro Liter

Dieses ist zudem so gut wie nie mit Keimen belastet. Eine Verkeimung kann allenfalls enstehen, wenn das Wasser für längere Zeit in der Leitung steht, so dass Bakterien genügend Zeit haben, aus der Umgebungsluft oder von Oberflächen aus ins Leitungswasser einzudringen und sich zu vermehren. Aber auch in diesem Fall ist die Abhilfe extrem einfach: Drehen Sie einfach den Wasserhahn auf und lassen Sie das Wasser laufen bis kühles Wasser kommt. Schon sind sämtliche Bakterien den Abfluss hinunter gespült.


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Gut zu wissen

Quelle: trinkwasser.ch

  • 6 Prozent der Süsswasservorräte Europas lagern in der Schweiz
  • Rund 300 Liter Wasser täglich verbraucht jede Einwohnerin und jeder Einwohner durchschnittlich in der Schweiz (inkl. ­Industrie und Gewerbe).
  • 4200 Liter Wasser wären es täglich pro Kopf, würde man auch das virtuelle Wasser berücksichtigen. Gemeint ist das Wasser, das benötigt wird, um unsere Konsum­güter herzustellen. 82 Prozent dieses Wasser-Fussabdrucks entstehen im Ausland – zur Herstellung von Importgütern.
  • Die schweizerischen Wasserversorgungen fördern ­jährlich rund 920 Millionen Kubikmeter Wasser. Dies füllt einen Wasserwürfel mit der Kantenlänge von 1 Kilometer.
  • 95 Prozent der Schweizer Bevölkerung trinkt zu Hause Leitungswasser. Die Gastro­nomie schenkt 5 Prozent Leitungswasser und 95 Prozent Mineralwasser aus.
  • Das Trinkwasser setzt sich zusammen aus je 40 Prozent Grund- und Quellwasser und 20 Prozent See- und Flusswasser.
  • Unser Leitungswasser ist qualitativ gleichwertig oder von höherer Qualität als handelsübliches ­Mineralwasser. Es kostet aber im Durchschnitt nur 0.18 Rappen. Ein Liter Mineralwasser kostet durchschnittlich 80 Rappen, also gut 440 Mal mehr.
  • ­Auf der Website des Preisüberwachers sind die Wasser- und Abwassergebühren der rund 300 einwohnerreichsten Schweizer Gemeinden ­einsehbar.

Artikel von: Redaktion gourmettipp.ch
Bilder: © SedovaY – shutterstock.com