Auch in diesem Jahr gibt es wieder den einen oder anderen neuen Food Trend in der Schweiz, teils inspiriert durch internationale Einflüsse, teils durch einheimische Entwicklungen. Hier ein kleiner Überblick, mit dem Sie up-to-date bleiben!

Eine der wichtigsten Erkenntnisse der letzten Zeit: Essen wird in dieser säkularisierten Zeit immer mehr zum Religionsersatz, der Satz „Du bist, was Du isst“ gilt mehr als je zuvor. Unter dem Stichwort „Spiritual Food“ definieren sich Menschen durch das was sie essen. Zum einen für sich selbst: Gesunde Lebensmittel sind ein wichtiges Werkzeug auf dem stetigen Wege zur Selbstoptimierung. Zum anderen für die Umwelt, die Zukunft unserer Kinder, die Welt. Biowaren, fair gehandelter Tee und Kaffee sowie lokale Produkte werden immer wichtiger.

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Selber machen

Eng damit verbunden ist der Trend zum selber machen. Der Absatz von Räucheröfen, Fleischwölfen und Wurstdärmen, von Hobbybrauuntensilien und Gemüsesämereien in Bioqualität erreicht ungeahnte Höhen, es wird gewurstet, gebraut und Gemüse angebaut was das Zeug hält. Warum? Es schmeckt besser, man weiss, was drin ist und insgesamt ist die Qualität höher. Selber machen ist in. Auch die jahrzehntelang völlig überalterten Imkervereine haben auf einmal enormen Zulauf – vor allem in den Städten! Der Honig von den eigenen Bienen schmeckt eben am besten!

Trends aus Übersee

Aus den USA, vor allem der amerikanischen Ökokapitale Portland im Bundesstaat Oregon schwappt der Trend der Food Trucks nach Europa. Sie sind die besseren Imbissstände, machen statt Currywurst oder Pommes Frites köstliche Gerichte aus aller Welt und in bester Qualität, oftmals Bio, lokal und ethisch einwandfrei. Von nah- und fernöstlichen Küchen über vegane Spezialitäten bis hin zu Sandwiches und Burgern gibt es fast alles. Nur eines sind die Food Trucks nicht: billig. Die Qualität hat ihren Preis. An den Food Trucks in den USA verbringen auch Investmentbanker und Anwälte ihre Mittagspause.

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Hochwertige Hamburger

Eng verbunden mit den Food Trucks ist das Phänomen der hochwertigen Hamburger. Fast Food bei den großen Ketten ist out, aber Luxus-Hamburger sind in. Alle Zutaten sind hierbei vom Feinsten, in der Regel auch wieder lokal gesourct und ethisch einwandfrei. Die Burger lassen sich in allen erdenklichen Arten individualisieren und auf den eigenen Geschmack bringen, die Saucen sind hausgemacht. Übrigens: Die in Deutschland sehr erfolgreiche Luxus-Hamburger-Kette „Hans im Glück“ plant eine Expansion in die Schweiz.

Txogitxu Rind

Ein Trend aus dem nördlichen Spanien ist das Txogitxu Rind, die „Oma unter den Rindviechern.“ Es handelt sich um bei der Schlachtung zehn bis 18 Jahre alte Rinder, die in Nordspanien, vor allem dem Baskenland und der Region Galicien extensiv auf Weiden gehalten werden. Das Fleisch erhält durch sein Alter einen unbeschreiblich milchigen Geschmack mit Kräuteraromen, Kenner zahlen hohe Preise. Vielleicht sollten findige Schweizer Biobauern auf den verödenden Alpen Graubündens, des Wallis oder von Uri mit ihrer eigenen extensiven Txogitxu Zucht anfangen?

Superfood und Wunderlebensmittel

Immer wichtiger werden nach wie vor funktionale Lebensmittel wie Chia-Samen, Acai-Beeren oder Blütenpollen der Maya-Bienen auf der Halbinsel Yucatán. Diese sollen bei ihren Essern wahre Wunderdinge bewirken, Gesundheit, Konzentration und Fitness auf das Niveau von Superman bringen. Und schmecken sollen sie dabei auch noch!

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Craft Beer und Flavor Hops

Unter den sonstigen Trends ist sicher noch die Craft Beer Bewegung zu erwähnen, die aus den USA kommend (auch hier wieder Portland, Oregon einer der Trendsetter!) nun auch Mitteleuropa voll erfasst. Vorbei sind die Zeiten, in denen es nur einige wenige einheimische Biere gab, die alle gleich schmecken und deren Brauereien ohnehin in der Hand ausländischer Grosskonzerne sind. Nun können auch Geniesser in der Schweiz hopfenbittere IPAs (India Pale Ales), saure Fruchtbiere oder schwarze Coffee Stouts bekommen. „Flavor Hops“, also neuartige, vor kurzer Zeit noch exotische Hopfensorten wie „Cascade“ oder „Perle“ werden auf einmal Allgemeingut.

Beitrag von: Redaktion gourmettipp.ch
Bild: pixabay.com