Schon der griechische Arzt Hippokrates war überzeugt davon, dass das, was wir essen, einen Einfluss auf unsere Stimmung hat. Und tatsächlich gibt es einige Lebensmittel, deren positive Wirkung auf unser Gemüt belegt ist. Essen wir uns glücklich!

Wir möchten Sie heute ermuntern, mal wieder eine ordentliche Portion gute Laune auf den Tisch zu bringen! Mit den richtigen Nahrungsmitteln füttern Sie Ihr Wohlbefinden und streicheln Ihre Seele gleichzeitig.

Wie Essen unser Gemüt beeinflusst

Jeder Mensch besitzt zwei Hirnareale, die seine Erinnerungen archivieren. Sie heissen Hippocampus und Amygdala. Omas Apfelkuchen oder die erste Pizza mit dem Liebsten: Bestimme Aromen lassen die mit ihnen verbundenen inneren Bilder und Gefühle immer wieder in uns aufsteigen. Selbst wenn zwischen diesen Geschmacks- und Dufterfahrungen und der aktuellen Situation Jahrzehnte liegen, erzeugt unser Gehirn, wie auf Knopfdruck, angenehme Stimmungen.

Alle Sinne ansprechen

Mal tröstet es uns über Liebeskummer hinweg, mal dient es als Zeitvertreib, ein anderes Mal als Belohnung. Auch wenn wir es oft nicht wahrhaben wollen: Essen ist ein sehr sinnlich geprägter Vorgang. Der Mensch versucht in den verschiedensten Situationen, mal bewusst, mal unbewusst, mit Essen und Trinken angenehme oder unangenehme Gefühle zu regulieren und damit seine Seele im Gleichgewicht zu halten. Regelmässig erleben wir, wie ein cremiger Kaffee, köstlicher Braten oder ofenfrischer, saftiger Kuchen uns ein breites Lächeln ins Gesicht zaubern. Umgekehrt kommt recht schnell schlechte Laune auf, wenn wir uns das Essen verkneifen, auf alle Köstlichkeiten verzichten und lieber hungrig bleiben, nur um ein paar Pfund abzunehmen.

Essen gegen schlechte Laune

Schon als kleine Kinder haben wir gelernt, dass sich emotionale Situationen prima mithilfe von Nahrung verarbeiten lassen. Als Trostpflaster für das zerschrammte Knie gab es von der Mama einen Lolli, gute Schulnoten wurden mit einem Eisbecher belohnt.

Ernährungswissenschaftler, Neurogastroenterologen und Psychologen sind sich einig: Auf was wir in einer bestimmten Situation Appetit haben, steuert unser Gehirnstoffwechsel in Abhängigkeit von unserer Gemütsverfassung. Entweder soll das begehrte Nahrungsmittel einen angenehmen Zustand aufrechterhalten, ihn vielleicht sogar verstärken oder aber eine unangenehme Stimmung vertreiben. Das Zusammenspiel von Bauch, Kopf und Nervensystem beim Essen ist hochkomplex. Forschungen zum Thema „Nervengeflecht des Verdauungstraktes und seine Interaktion mit dem menschlichen Gefühlszentrum“ stehen noch ganz am Anfang.

Lebensmittel, die glücklich machen

Gute Laune gibt es abgefüllt in kleinen Fläschchen. Glauben Sie nicht? Ein Start-up-Unternehmen vertreibt aktuell speziell gemixte Gute-Laune-Drinks in 110-ml-Portionen. Sie enthalten Extrakte aus Obst , Getreide sowie Hülsenfrüchten und kommen in den Geschmacksrichtungen Banane-Johannisbeere, Orange-Mango oder Maracuja-Traube daher. Die verwendeten Zutaten versorgen den Körper mit Mikronährstoffen, vor allem mit der Aminosäure Tryptophan. Sie dienen dem Gehirn als Grundlage zur Serotonin-Produktion, jenes bekannten Glückshormons, das uns Wohlbefinden und Energie schenkt.

Die Amerikaner und Briten kennen Gute-Laune-Lebensmittel bereits seit Jahrzehnten. Als gezielte Stimmungsmacher werden sogenannte „Mood-Enhancer“ in Form von Keksen, Schokoriegeln oder Shakes verkauft.

Untersuchungen haben gezeigt, dass Lebensmittel, die vergleichsweise viel komplexe Kohlehydrate und Tryptophan, jedoch wenig Eiweiss enthalten, die Laune nachweislich heben können. Dazu gehören beispielsweise Datteln und Feigen, frisches Gemüse und Obst sowie Produkte, die viel Stärke enthalten, wie Kartoffeln, Reis und Nudeln. Studien haben darüber hinaus nachgewiesen, dass sich auch Lebensmittel, die viel Magnesium, Omega-3-Fettsäuren und Vitamin B12 enthalten, positiv auf unsere Stimmung auswirken.

Laut Wissenschaftlern ist es wichtig, nicht zu üppig, eine gute Mischung und mit viel Genuss zu essen. Die bisherigen Forschungen haben ausserdem gezeigt, dass eine gesunde Mischkost den Gehirnstoffwechsel dauerhaft positiv beeinflusst. So ist zum Beispiel die vitamin- und mineralstoffreiche mediterrane Küche mit ihrer wohlschmeckenden Vollwertkost nicht nur überaus gesund, sondern auch das Beste, was jeder Schweizer für seine gute Laune tun kann.

B-Vitaminen, Eisen, Magnesium und Co. sorgen für gute Laune.
B-Vitaminen, Eisen, Magnesium und Co. sorgen für gute Laune.

Welche Inhaltsstoffe machen gute Laune?

B-VITAMINE: Als sogenannte „Nervenvitamine“ steigern sie die Konzentration, schirmen das Gehirn gegen Stress ab und helfen uns, aus Stimmungstiefs leichter wieder herauszukommen. Gute Lieferanten sind Avocado, Nüsse, Linsen, fettarme Milch, Spinat und Geflügelfleisch.

EISEN: unerlässlich für unsere Konzentrations- und Leistungsfähigkeit. Eisen kurbelt den Zellstoffwechsel an und spendet Energie. Viel Eisen findet sich in Vollkornbrot, Sojabohnen, Mandeln, Spinat, Fleisch, Hülsenfrüchten und Sardinen.

CAPSAICIN: Diesen Stoff benötigt unser Körper zur Produktion von Endorphinen, die ebenfalls zu den hormonellen Stimmungsmachern zählen. In Chili-Schoten, Paprika und in Peperoni steckt besonders viel Capsaicin. Vielleicht haben Sie im Zusammenhang mit der besseren Laune nach dem Verzehr von Peperoni & Co. schon einmal den Begriff „Pepper-High“ gehört, der diesen Effekt sehr treffend beschreibt.

MAGNESIUM: Das Mineral entspannt und beruhigt. Die Erregungsleitungen der Nerven werden gedämmt, sodass Sie stressige Situationen viel gelassener sehen. Vollkornbrot, Linsen, Bohnen, Nüsse, Bananen und getrocknete Aprikosen enthalten besonders viel Magnesium.

KALZIUM: Nervös? Gereizt? Das könnte an einem zu niedrigen Kalziumspiegel liegen! Sobald dieser sinkt, geht auch unsere Stimmung in den Keller. Gute Kalziumlieferanten sind Salat und Kohlgemüse sowie Milchprodukte.

TRYPTOPHAN: Die Aminosäure als Vorstufe des Glückshormons Serotonin findet sich reichlich in Sojabohnen, Vollkorngetreide, Haferflocken, Hülsenfrüchten, Bananen, Kakao, Feigen und Datteln.

OMEGA-3-FETTSÄUREN: Wertvolle, langkettige Fette beziehen wir vor allem aus frischem Kaltwasserfisch, wie Lachs, Makrele oder Hering. Auch Leinöl besteht zu mehr als der Hälfte aus Omega-3-Fettsäuren.

Beitrag von: gourmettipp.ch-Redaktion
Bild: shutterstock.com

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