Schweizer Oster-Spezialitäten bieten mehr als die Kreationen des Hauses Lindt und Sprüngli: So finden sich in den Osternestern der Feinschmecker nur selten die Erzeugnisse der international bekannten eidgenössischen Chocolatiers – vielmehr wird vor allem handgefertigtes Süsses, aber auch Herzhaftes aufgetafelt. Nicht weniger Schweizer nutzen die Osterfeiertage auch, um Familie und Freunde zu treffen und sich ausser Haus kulinarisch verwöhnen zu lassen.

Von Rüblitorte bis Gitzibraten

Denkt der Schweizer an Ostern, denkt er auch an Rüblitorte, genauer: Aargauer Rüblitorte, die ausserhalb der Landesgrenzen als Karottenkuchen geläufig ist. Traditionell bestreichen die Schweizer ihre Rüblitorte mit Zuckerguss, in letzter Zeit ist aber auch immer häufiger die amerikanische Variante mit einem Guss aus Frischkäse anzutreffen. In beiden Fällen ist der Hobbybäcker gut beraten, alle Zutaten bereits vor dem Backen genau abgemessen parat zu haben, damit die Zubereitung zügig von Hand geht und der Eischnee nicht in sich zusammenfällt. Verziert wird die Rüblitorte, die durch den charakteristisch saftigen Möhren-Haselnuss-Teig besticht, oft mit kleinen Marzipankarotten.

Eine andere Schweizer Osterspezialität ist der Osterkuchen à la Marquise. Fast jede Familie hat hier ihr eigenes Geheimrezept, aber auch Gaststättenbetreiber bieten zu Ostern ihre eigene, oftmals kreative Variante der Köstlichkeit an, um mit ihren Gästen das Osterfest stilgerecht zu feiern. Traditionell wird dieses nicht zu süsse Osterküchli auf Weizenmehlbasis mit Griess oder Reis gefertigt, welcher zusammen mit Aprikosenkonfitüre die Füllung bildet. Ebenfalls auf Reis basieren die Berner Osterfladen – mit Reis-Rosinen-Korinthenmasse gefüllte Oster-Spezialitäten aus Blätterteig. Sie werden auch liebevoll als „Osterflädli“ bezeichnet. Nicht unerwähnt soll hier noch der Schweizer Osterzopf bleiben, eine Hefegebäckspezialität.


Süsser Osternzopf


Wenn man eingeladen ist …

Küchli in der Präsentpackung sind ein beliebtes Mitbringsel, wenn man in der Schweiz zu Ostern eingeladen ist. Viele Traditions-Confiserien bieten eine eigene Auswahl an. Begehrt sind zu dieser Jahreszeit kleine Eierküchli in Form eines Miniatur-Gugelhupfes, die durch Fruchtpürees mit Orange, Mandeln oder Kakao in frühlingshaften Farben daherkommen.

Feines von Ziege und Lamm

Vor die süssen Versuchungen hat der Herr jedoch auch in der Schweiz ein herzhaftes Osteressen gesetzt. Hier kommt vor allem im Tessin in vielen Familien der sogenannte Gitzibraten auf den Tisch. Das Ostergitzi – also das Osterzicklein oder Osterlamm – wurde ausschliesslich mit Milch und Heu gefüttert. Es sind verschiedene Stücke erhältlich, nämlich Gigot, Racks und Ragout, wobei die Edelstücke am Knochen gereift werden. Im Gegensatz zum Ostergitzi steht das Herbstgitzi den ganzen Sommer über auf der Weide und ernährt sich von Gras, weshalb sein Fleisch kräftiger ist und ohne Knochen verarbeitet werden kann. Das Fleisch vom Ostergitzi ist strahlend weiss und besonders zart. Rücken und Gigot vom Ostergitzi werden im Ofen geschmort oder in der Pfanne gebraten, während Schulter und Voressen eine besondere Leckerei in brauner, würziger Sauce gegart oder auf dem Grill knusprig gebacken ergeben. Wer Glück hat, findet einen Gastronomen, der sich die Zeit nimmt, den Gitzibraten auch im Ofen am Knochen zuzubereiten, denn erst dadurch erhält das Fleisch seinen charakteristischen Geschmack. Da das Osterlamm in der christlich-abendländischen Tradition für die Auferstehung Jesu Christi steht, gehörte es bis Mitte des sechzehnten Jahrhunderts ganz selbstverständlich auf die österliche Festtafel. Im Zuge der Wiederbelebung alter – auch kulinarischer – Traditionen erfreut es sich heutzutage wieder zunehmender Beliebtheit.


Fleischlose Alternative zum traditionellen Gitzibraten
Fleischlose Alternative zum traditionellen Gitzibraten (Bild: © Lapina Maria / Shutterstock.com)

Eine fleischlose Alternative zum traditionellen Gitzibraten ist z.B. „Geissäkäse“, der auf Ratatouille serviert wird. Neben „Chälä-Rugeli“ benötigt man Zucchetti, Auberginen, Peperoni, Tomaten, Knoblauchzehen, Basilikum, Thymian, Olivenöl, Pfeffer und Salz, um den Ostergästen diese Spezialität kredenzen zu können. Der Gourmet schätz hier als Beilage (Brat-)Kartoffeln mit Rosmarin.

Auch in der Schweiz dürfen zu Ostern Eier nicht fehlen. Die Osterbräuche rund ums Ei sind so zahlreich wie die Eier im Nest. Kulinarisch kommen die Eier beispielsweise als Schweizer Rührei mit Bündner Fleisch zum Tragen, das zum gebutterten Bauernbrot gegessen wird.

En Guete.

Süsser Osterzopf (Rezept-Info)

Vor- und Zubereitungszeit:
Normal (ca. 35 Minuten)

Energiewert pro Portion: 
Leicht (ca. 968 kJ/231 kcal)

Mein Einkauf:

  • 750 g Zopfmehl
  • ¾ Würfel Hefe (ca. 30 g)
  • ½ Bio-Zitrone
  • 150 g getrocknete Aprikosen (süss)
  • 100 g Butter
  • 150 g Mandelmasse
  • 8 kleine Kartoffeln
  • 2 EL Mandelblättchen
  • 8 hart gekochte gefärbte Eier

Im Vorrat:

  • Milch
  • Salz
  • Ei
  • Puderzucker

Osterzopf zubereiten
Osterzopf zubereiten (Bild: © FormaA – Shutterstock.com)

Zubereitung:

Mehl in eine Schüssel geben, eine Mulde eindrücken. Hefe, Zucker und Milch in der Mulde zu einem dünnen Brei anrühren, mit wenig Mehl bestäuben. Stehen lassen, bis der Brei schäumt (ca. 15 Min.). Salz und alle Zutaten bis und mit Milch beigeben, zu einem weichen, glatten Teig kneten. Zugedeckt bei Raumtemperatur ca. 1 Std. aufs Doppelte aufgehen lassen. Formen: Teig in 3 Portionen teilen, gleichmässige Stränge (je ca. 65 cm) formen. Einen flachen Zopf formen, dabei die Mandelmassescheiben in die Mitte des Zopfes einflechten. Zopf diagonal auf ein mit Backpapier ­belegtes Blech legen. Kar­toffeln einzeln in Alufolie wickeln, in gleichmässigen Abständen in den Teig drücken. Osterzopf nochmals 15 Min. ruhen lassen. Teig mit Ei bestreichen. Backen: ca. 40 Min. in der unteren Hälfte des auf 200 Grad vorgeheizten Ofens. Puderzucker und Wasser verrühren, den heissen Zopf dünn damit bestreichen, sofort mit den Mandelblättchen bestreuen, auf einem Gitter auskühlen. Kartoffeln herausnehmen, Ostereier in die Einbuchtungen verteilen.

Zutaten für 4 Personen:

  • 750 g Zopfmehl
  • ¾ Würfel Hefe (ca. 30 g), ­zerbröckelt
  • 3 EL Zucker
  • 1 dl Milch, lauwarm
  • ¾ EL Salz
  • ½ Bio-Zitrone, nur abgeriebene Schale
  • 150 g getrocknete Aprikosen (süss), in Würfeli
  • 100 g Butter, weich
  • 3 ¼ dl Milch, lauwarm
  • 150 g Mandelmasse, in ca. 5 mm dicken Scheiben
  • 8 kleine Kartoffeln
  • 1 Ei, verklopft
  • 2 EL Puderzucker
  • 1 EL Wasser
  • 2 EL Mandelblättchen, geröstet
  • 8 hart gekochte gefärbte Eier

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Beitragstext: ©  gourmettipp.ch
Beitragsbild: © Brent Hofacker – Shutterstock.com
Rezept: © Süsser Osterzopf – coopzeitung.ch

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