Während der Guide Michelin in seinen Anfängen auf den Einschätzungen eines bekannten Herstellers von Autoreifen basiert und Sterne auf- bzw. untergehen lässt, bringt der Gault-Millau die Spitzen der Haute cuisine alljährlich sorgsam „unter die Haube“.


Die erste Schweizer Ausgabe des von den französischen Journalisten Henri Gault und Christian Millau konzipierten Restaurantführers erschien im Jahr 1982. Die Bewertungen erfolgen auf der Basis eines detaillierten Punktesystems von 1 bis 20. Dafür werden 4 Hauben als die höchste erreichbare Auszeichnung vergeben. Heuer wurden 8 Gault-Millau Restaurants der Schweiz mit 4 Hauben bedacht.

Hotel des Jahres wurde das „Parkhotel Vitznau“ und Tanja Grandits ist der Star unter den Spitzenköchen. „Jacks Brasserie“ brilliert mit einer beeindruckenden Weinkarte.

Die Besten der Schweiz

Park Hotel Vitznau

Das Park Hotel Vitznau wurde vom Gault-Millau als Schweizer Hotel des Jahres ausgewählt. Für etwa 300 Millionen Franken war das renommierte Haus umgebaut worden. Das weisse Schloss in Vitznau wurde darauf hin erst im Jahr 2013 wieder eröffnet. Dem besonders anspruchsvollen Gästekreis stehen individuell gestaltete und großzügige Suiten sowie erstklassiger Service durch das Team um Hoteldirektor Urs Langenegger zur Verfügung. Gault-Millaus Chefredaktor Urs Heller war nicht allein von der hochwertigen Architektur fasziniert. Hervorragend sind auch der Spa-Bereich und die insgesamt gelassene Atmosphäre – Synonym für einen selbstbewussten, entspannten Lifestyle. Herausragend sind hier auch die kulinarischen Offerten. So setzt man am Ufer des Vierwaldstättersees zu gleicher Zeit auf zwei Spitzenrestaurants für den Gourmet – das „Prisma“ von Christian Nickel und Nenad Mlinarevics „Focus“. Dazu verfügt das Haus über einen wohl einzigartigen Weinkeller mit 32 000 Flaschen edelster Gewächse. Ihr Wert wird auf 26 Millionen Franken eingeschätzt.

Tanja Grandits

Vor gut 20 Jahren hatte es mit Irma Dütsch (Saas Fee VS) im Gault-Millau-Ranking schon einmal eine Köchin nach weit oben gebracht – heuer steht eine Frau ganz an der Spitze:Tanja Grandits vom Restaurant „Stucki“ in der Basler Bruderholzallee. Durchsetzungskräftig, unbeirrbar, ehrgeizig: Die 43-Jährige gilt als ungewöhnliche Chefin, deren Kreationen mit einer unverwechselbaren, eigenen Handschrift brillieren. Tanja Grandits ist die unbestrittene Star-Köchin an der Spitze und sie arbeitet an einem renommierten, fast historischen Ort: Hans Stucki war auf dem «Bruderholz» über viele Jahrzehnte hinweg ein besonders großartiger Patron, der gemeinsam mit Frédy Girardet die Küche in der Schweiz revolutioniert hatte. Auf dieser Basis ist Tanja Grandits die Chefin der neusten Generation. Einerseits ist sie die Teamplayerin, die auf ein junges, motiviertes Team baut; anderseits ist sie als Reisende für Intermezzi in verschiedenen Teilen unserer Welt zu begeistern.

So lässt sich die Grandits gleichermaßen von fernen Ländern, Kulturen, Aromen und Produkten inspizieren, während sie beständig für die Gourmet-Schweiz wirbt.

Jack’s Brasserie

Für 14 Punkte gibt es 2 Hauben im Gault-Millau: Die beeindruckende, als beste der Schweiz titulierte Weinkarte sorgte für diese Auszeichnung an Jack’s Brasserie in Bern. Zusätzlich punktete das Restaurant von Silvan Durrer und seinem Team mit einem typischen Fin-de-Siècle Ambiente. Klassiker der französischen Küche sind hier beispielsweise die Bouillabaisse mit Rouille und Baguette, Fruits de mer mit Hummer, Langustinen, Cigales de mer, Riesencrevetten, Austern, Jakobsmuscheln, Moules und Petit-gris oder Coq au vin aus dem gusseisernen Pfännchen. Unbedingt probieren sollte man die Choucroute garnie und das delikate Wiener Schnitzel …

Nachtrag

Am 6. Oktober wird der neue Gault-Millau der Schweiz in Basel vorgestellt. Dabei sein werden nicht nur die sechs 19-Punkte-Chefs allein, sondern auch der neue „Koch des Jahres“, die „Entdeckungen des Jahres“ und die neuen Aufsteiger.

 

Beitragsbild: © GaultMillau Schweiz

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