Seine Majestät residiert auch unter den Namen Gemeiner Steinpilz, Fichten-Steinpilz, Herrenpilz oder Edelpilz auf der nördlichen Halbkugel in großen Teilen Europas.

Hier wird er von einem skandinavischen Feinschmecker genauso begehrt wie von einem südländischen Gourmet in Italien oder Griechenland. Man schätzt ihn aber auch in den privaten Küchen und Restaurants Nordamerikas, Asiens und Mexikos.

Die Steinpilzsaison – Highlight für Pilzsammler und Genießer

Manchmal präsentieren sie ihre Hüte schon im Mai oder Juni eines Jahres. Meistens zeigen sich Steinpilze aber von August bis Oktober. Es kommt vor, dass sie den Waldboden regelrecht überschwemmen. Mitunter wartet man auch vergeblich auf ihr reichhaltiges Erscheinen – und das kann sogar mehrere Jahre dauern. Also ist das Sammeln und damit auch der Genuss von Steinpilzen eine nicht zu planende Angelegenheit für Pilzliebhaber. Umso mehr Freude löst ein reicher Steinpilzfund bei den Kennern dieses hoch geschätzten Röhrlings aufgrund des zu erwartenden Genusses aus. Wie viele Majestäten ist der Steinpilz ein kapriziöses Geschöpf. Er lässt nämlich nicht gerne in seine Genetik eingreifen. Das bedeutet, dass er sich nicht oder nur mit großem Aufwand züchten lässt. Glücklicherweise werden frische Steinpilze weltweit gehandelt und sind deshalb nahezu ganzjährig für Gastronomen und private Haushalte verfügbar.

Steinpilze – vielseitig und wohlschmeckend

Die Erklärung, warum Steinpilze bei jedem Gourmet so hoch im Kurs stehen, ist ihr angenehm festes, aber dennoch helles und zartes Fleisch und ihr außergewöhnlich elegantes Aroma. Ganz gleich, ob sie zu Hause oder in einem Gourmet Restaurant gedünstet, gebraten oder geschmort verarbeitet werden, verleihen sie jeder Speise einen ganz besonderen Touch. Sie verlieren auch ihren köstlichen Geschmack nicht, wenn sie tiefgekühlt und wieder aufgetaut verarbeitet werden. Dies ist durch die besondere Konsistenz dieser Pilze möglich. Getrocknet sind sie als Geschmacksgeber für eine Sauce ein echter Geheimtipp.

Es muss nicht immer Trüffel sein

Steinpilze brauchen wenig Chi-Chi. Ganz einfache Gewürze, wie Salz und Pfeffer, ein wenig Butter und etwas Petersilie machen sie zu einem Genuss. Sie entfalten ihr wunderbares Aroma als Hauptakteur zusammen mit anderen Pilzen in einer Suppe genauso wie als elegantes Gemüse zum Steak, einem Filet Mignon oder im legendären italienischen Steinpilz-Risotto. Sicher rangiert ein Steinpilz in der Wertigkeit hinter dem teuersten Pilz der Welt, dem Trüffel. Sein Vorteil ist aber, dass er sich aus dem Boden wagt, öfter gefunden und daher auch viel häufiger genossen werden kann. Trüffel verstecken sich unter der Erde.Sie sind daher seltener zu finden und um ein Vielfaches teurer als Steinpilze. Allerdings können Trüffel sogar gezüchtet werden. Aber wer kann sich schon ein ganzes Trüffelgericht vorstellen, auch wenn der Preis keine Rolle spielt? Abgesehen davon, dass alles immer auch eine Frage des Geschmacks ist, wissen die Betreiber in jedem erstklassigen Gourmet Restaurant, dass Steinpilzgerichte immer gut ankommen.

Der Koch macht den Steinpilz erst zum König

So ist da eben mit den Königen. Sie haben ihre Bestimmung, schon wenn sie geboren werden – jedenfalls bei den Menschen. Wenn Steinpilze gar nicht erst gefunden werden, haben sie ein kurzes, meist von Parasiten befallenes Leben und vergehen oft unrühmlich. Wenn sie dagegen im Korb eines Sammlers landen, haben sie die Chance, sich

in einer Küche so zu präsentieren, wie es ihrer würdig ist. Wenn sie dabei auf einen Gourmet Koch treffen, können sie königlichen Ruhm und viel Ehre erlangen.

 

Beitragsbild: © Teresa Kasprzycka – Shutterstock.com

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